Elf tapfre Legionäre müsst Ihr sein …

… wenn Ihr Siege wollt erringen.
Wenn man vorerst davon absieht, dass beliebte sportliche Großereignisse, z. B. Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele, in der Vergangenheit oft auch als Mittel zur Ablenkung der Massen dienten, um mit entschlossener Hand oder ruhiger Raute schnell unbequeme oder schwerwiegende Entscheidungen durchzupeitschen, Konflikte vom Zaun zu brechen, Steuern und Abgaben zu erhöhen oder sonstige unangenehme Überraschungen durchzudrücken, fällt mir auf, dass zu Beginn der WM in meiner Umgebung erstaunlich wenig nationale Beflaggung an Autos und Balkonen zu sehen ist. Noch zu früh vielleicht … oder auch Angst, sich durch Zurschaustellung „nationalistischer Symbolik“ zur Zielscheibe der stets wachsamen Antifa zu machen? Ein deutsches Sommermärchen wird sich wohl in diesem Jahr nicht mehr aufwärmen oder neu erzählen lassen, schätze ich.
Etwa die Hälfte der Deutschen soll tatsächlich der Meinung sein, Bundestrainer Löw mit dem verniedlichenden Spitznamen Jogi hätte die Fußballprofis Özil und Gündogan aufgrund ihres jüngsten Treuebekenntnisses zu ihrem, nämlich dem türkischen Präsidenten nicht für das noch verschämt in der Verkleidung einer deutschen Nationalmannschaft auftretende DFB-Team nominieren dürfen. Denke ich ganz und gar nicht. Einig Fußballerland ist bunt und kann derlei vielfältige politische und sonstige Glaubensbekenntnisse aushalten, sagt man nicht so? Mich stört es nicht. Die Nominierung beider vorgenannter Profis geht in Ordnung, sofern leistungsmäßig gerechtfertigt, da die sog. Mannschaft, der man ehrlicherweise die eingangs angeführte Inschrift in den vergoldeten WM-Pokal eingravieren sollte, sollte sie sich am Ende des Turniers als siegreich erweisen, was ihr natürlich zu wünschen wäre, doch eh – seid mal ehrlich – weitgehend aus einer Truppe von Fußballsöldnern oder sportlichen Alleinunternehmern besteht, die in eigener Sache zum Wohle ihrer Gewinn- und Marktwertsteigerung tätig werden und, entsprechende Siegchancen vorausgesetzt, unter jeder beliebigen Billigflagge auflaufen würden. Ein Job, mehr nicht … Ohnehin kann und muss man den Spielern Özil und Gündogan dankbar sein, da sie das Scheitern der so genannten Integrationsbemühungen deutlich aufzeigen. Der kluge Profi spielt mit – im wahrsten Sinne des Wortes – sagt in der Öffentlichkeit den Spruch auf, der von ihm erwartet wird, und denkt sich dann seinen Teil. Letztlich möchte man als Mitglied einer Siegermannschaft weiterhin gutes Geld verdienen – auf die Zugehörigkeit zu einer im Malstrom der Selbstgeißelung gefangenen Verlierernation verzichtet man hingegen gern, so man die Wahl hat.