In eigener Sache

Ich muss jetzt zwischendurch doch mal was loswerden bzw. was in eigener Sache schreiben, was viele hier vielleicht schockieren oder zumindest einigermaßen überraschen wird. Oder vielleicht auch nicht, denn Leute, die mich kennen, wissen ja eigentlich oder müssten wissen, was sie von mir zu halten haben oder wie sie mich nehmen müssen und was ich für ein Mensch bin. Kein schlechter jedenfalls oder? Ach ist ja auch egal, jedenfalls müssen manche Dinge trotzdem mal klipp und klar gesagt werden, auch wenn man damit den einen oder anderen Freund, Bekannten oder Leser vor den Kopf stößt oder dessen Gefühle verletzt, was dann dazu führt, dass die nichts mehr mit einem zu tun haben wollen. Man weiß ja oft nicht, wie sensibel oder tolerant der eine oder andere da wirklich ist. Hab lange drüber nachgedacht, ob ich das überhaupt mal schreiben soll. Aber mir ist gerade so. Manche wussten es vielleicht schon, andere ahnten es oder hatten diesbezüglich einen leisen Verdacht. Ja? Wenn, dann wart Ihr so taktvoll, es nicht zu erwähnen. Oder es war euch sowieso egal. Okay, auch gut so, aber jedenfalls will ich euch auch nicht anlügen. Das wäre nicht fair, und darum mach ich mich jetzt mal ehrlich, selbst wenn ich auf Ablehnung stoße oder folgendes Bekenntnis mein Image irreparabel beschädigen sollte. Damit muss ich dann leben.

Haltet euch fest: Ich bin nämlich ein großer Fan von Bob Ross. Schon ganz lange. Nachts schaue ich oft seine Sendung „The Joy of Painting“, das läuft ganz spät immer auf irgendeinem dritten Programm, ARD Alpha. Ich könnte jetzt als Rechtfertigung vorbringen, dass eben nichts Besseres läuft und ich die Sendung aus Langeweile schaue, aber nein, Freunde, das wären billige Ausreden. Ich mag den Bob Ross wirklich! Mir gefällt, wie er malt, wie nett er redet („a happy little tree“, „a happy little cloud that lives right here“ und so ähnliche Redewendungen), wie er immer in seiner ruhigen und sanften Art genau erklärt, was er tut, wie er Farben mischt, wie er seinen Pinsel hält, ja, ich mag seine Maltechnik und verehre ihn. Ja, nee, natürlich nicht das, was Ihr denkt, aber kein Problem, wollt es nur mal erwähnt haben. Ich bin ja ganz anders und kann leider auch nicht zeichnen oder malen, aber seine Landschaftsbilder mag ich sehr. Er hat sich seine glückliche Fantasiewelt mit Ölfarben auf der Leinwand erschaffen, ja? Hat doch immer etwas Magisches, wie er seine Zuschauer an der Entstehung seiner Bilder teilhaben lässt. Ist kultig und auch wirkmächtig, lange über seinen Tod hinaus. Hat eben ein lebendiges beeindruckendes Werk hinterlassen, der Mann. Ach ja, seine Bilder find ich natürlich überaus cool, klar, darum geht’s ja in erster Linie. Obwohl ich sonst eher auch andere Maler favorisiere, die impressionistisch veranlagt sind, wenn Ihr wisst, was das ist, eh? Van Gogh, Vincent, der mit nur einem Ohr und so. Aber dem Neo Rauch seine Bilder mag ich zum Beispiel auch, wo’s mir grad einfällt. Und die von dem Caspar David Friedrich, die im Schloss Charlottenburg hängen, und von dem Carl Blechen, der besonders interessant ist, weil er im Laufe seines Lebens seinen Stil stark verändert hat … Na ja, aber wozu schreib ich das, den kennt Ihr wahrscheinlich sowieso nicht, und ich schweife mal wieder ab, was eine kleine Macke von mir ist … Jedenfalls ach ja der Bob Ross, der hat übrigens mal ein kleines Eichhörnchen mit der Flasche aufgezogen, eh wusstet Ihr das? Wurde neulich mal gezeigt. Ein graues natürlich. Ist aber jetzt bestimmt schon tot, er ja auch. Leider sehr früh verstorben, 1995, glaub ich, da war er Anfang 50. Eichhörnchen werden ja auch nicht so alt. Jetzt hab ich aber den Faden verloren, wo ich doch so aufgeregt bin, weil ich euch das so offen erzähle …

Na gut, das müsst Ihr natürlich erstmal verdauen, aber in der Zwischenzeit, wo Ihr nachdenkt oder darüber grübelt, wie ich das wohl gemeint haben könnte, erzähl ich auch noch was anderes, was ebenfalls seltsam ist, wenn man’s noch nicht weiß. Obwohl, na ja, der Dark Lord, der vielleicht mitliest, der wird das sicher schon wissen, der hat ja auch Ahnung vom Fach, aber für Leute ohne Abi oder jüngere Schüler könnte das eine wissenswerte Erkenntnis sein, mit der man in der Schule glänzen kann. Im Biologieunterricht vielleicht. „Hallo Frau Lehrerin, ich weiß was!“ Jetzt kommt’s, Freunde: Seelachs ist gar kein Lachs. Und Alaska-Seelachs auch nicht. Die gibt’s nämlich gar nicht. Die Arten meine ich. Also die Fische gibt’s natürlich schon, aber es sind keine Lachse, gehören nicht zur Familie der Lachse oder Forellen, sondern es sind so was wie Dorsche, eben Dorschartige. Ja ja, es sind tolle Fische, zweifellos, können recht alt werden, weit über 20 Jahre, wenn man sie lässt. Aber natürlich lässt man sie nicht, denn die gierige Fischindustrie, bestimmt irgendein Oberbonze eines Konzerns oder ein williger Lakai aus einer Marketingabteilung, hatte irgendwann die geniale Idee, die armen Fische einfach mal als Seelachs zu bezeichnen, um sie in den Augen des Verbrauchers aufzuwerten und den Konsum anzukurbeln. Seelachs klingt edler als Köhler oder sonstwie, wird daher immer gern gefressen. Schmeckt ja auch. Aber Soylent Green soll ja auch gut geschmeckt haben. Erinnert Ihr euch an Soylent Green, das Nahrungskonzentrat, das angeblich aus Plankton hergestellt wurde? Nein, das war auch vor eurer Zeit. Oder nach eurer Zeit, je nach Sichtweise.
Oh Mann, jedenfalls die armen Fische da in den Ozeanen, die können sich gegen diesen Etikettenschwindel nicht mal wehren. Wenn die wüssten, wem sie das zu verdanken haben.
Tja, das war’s dann also erstmal. Habe fertig.

3 thoughts on “In eigener Sache”

  1. Denn ersten Teil ignoriere ich mal gekonnt, das kann ich nämlich – und wenn ich etwas kann, dann das :))

    Den zweiten Teil, ich muss dir recht geben, gut aufgepasst, 1 und setzen. Fürs Sternchen fehlte nämlich die Zusatzinfo, aber die kommt jetzt von mir: Seelachs war lange Zeit ein günstiger Speisefisch, deswegen wurde er auch gut abgefischt. Schlecht für den Seelachs, denn seine Art neigt sich langsam dem Ende entgegen. Gut natürlich für die Fischer, wenn etwas rar wird, steigen die Preise. Und der für den Seelachs hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Der Preis für den Thunfisch übrigens auch. Der hat aber nichts mit dem Seelachs zu tun, eher etwas mit süßen und niedlichen Delphinen, die vor lauter Mitgefühl für den armen Thunfisch mit ins Netz hopsen…

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