Interessen

Für einen Politiker mit Rückgrat muss es schlimm sein, gegen seine eigenen Überzeugungen handeln zu müssen. Vorausgesetzt, man hat gewisse Überzeugungen, fühlt sich den Interessen des eigenen Volkes noch verpflichtet und weiterhin vorausgesetzt, man hat sich ungeachtet der nötigen Dienstbeflissenheit und opportunistischen Haltung, über die ein Partei- und Staatsdiener oder verbeamteter Diplomat notgedrungen verfügen muss, noch einen letzten Rest an eigenständigem Denken und Würde bewahrt.
Wenn es dann hart auf hart kommt, kann man immer noch Aktivität vortäuschen, Tatkraft und Entschlossenheit simulieren. Bei deutschen Politikern weiß man nie, woran man ist. Sie sagen, sie seien Deutsche, Europäer und Transatlantiker – in erster Linie natürlich Europäer. Aber was, wenn sich aus dieser Dreifaltigkeit ein Interessengegensatz ergibt? Wenn sich in krisenhaften Situationen zeigt, dass die Interessenlinien der drei genannten Gruppen nicht mehr übereinstimmen, sondern eher divergieren?

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