Kurze Wasserstandsmeldung

Mein Verhaltensexperiment läuft vorerst noch weiter. Bislang scheint das großspurig von mir angekündigte Leben ohne Internet zwar noch eine veritable Selbstlüge zu sein, aber trotzdem werde ich weiter versuchen, internetmäßig einen Gang zurückzuschalten, also surferische Abstinenz zu üben. Es gibt zwar schon kleine Tricks und Kniffe, aber so leicht, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es eben doch nicht. Man muss schon echt tough sein, um offline durch den Tag zu kommen. Die Devise muss lauten: Sei ein knallharter Typ, und mach es ohne Netz!
Positiv ist aber Folgendes anzumerken: Viele kleine, nichtige, triviale Dinge zogen in den letzten Wochen kommentarlos oder ganz unbemerkt an mir vorbei; Dinge, die die hyperaktive Webgemeinde bewegen, aber die „Menschen da draußen“ offenbar weitgehend kalt lassen, weil die meist einfach nichts mitbekommen von den täglichen Empörungen und Skandälchen, die im Web und in diversen sozialen Netzwerken breitgetreten werden.
Es kribbelt natürlich auch ab und zu in den Fingern, wenn man sowieso (wie jetzt gerade) am Rechner sitzt oder E-Mails abrufen muss. Man möchte, müsste oder könnte vielleicht hierzu oder dazu etwas schreiben, aber das vergeht, Leute. Und nach langem Sitzen verwandelt sich Schreibdrang bestenfalls in Harndrang.
So gesehen ist das Thema, was mich gerade bewegt, ein originäres Offline-Thema: mein/unser neuer Vinyl-Fußbodenbelag, der heute noch verlegt werden muss bzw. müsste; wenn, ja wenn die Pappnasen ihn endlich anliefern würden. Von wegen „so früh wie möglich“ würden sie kommen, lachhaft, denn ab 10 Uhr war eingeplant. Jetzt ist gleich Feierabend. Ach Mann, kein Verlass auf niemanden…

2 thoughts on “Kurze Wasserstandsmeldung”

  1. Ich setzte da Internet nicht mit Social Media gleich.

    Ich bin auch den ganzen Tag online, lese was, bastel an der eigenen Homepage, schau Filme und Serien und interessiere mich trotzdem nicht für #Germanwings und Co.

    Ich bin eh kein so n Freund vom socialn im Netz.

    Kommt eben drauf an was man so macht.

    Grüße aus Dresden

    Philipp

  2. Ja, Philipp, je nachdem, wie (man) es nützt. Ich meine so generell das sichtbare mediale Internet. Von Social Media wie FB und Twitter halte ich mich sowieso schon fern, auch, um mich vor mir selbst zu schützen und weil’s wie auch viele Foren irgendwie unfruchtbare Plattformen sind, weshalb ich da eben nur zielgerichtet draufgehe, aber nicht zum Labern… Blogs sehe ich hingegen als “Lektüre”, wobei ich da auch aufpassen muss, nicht zu viel zu posten…
    Ich vertrödele einfach zu viel Zeit online, und das nervt mich, daher kam ich drauf… Irgendwie hab ich es mit der Zeit so als Last empfunden, ständig irgendwo online zu suchen, wer was schreibt oder sagt… Es ist letztlich so unproduktiv und lähmt. Aber solange man es selbst als nützlich und bereichernd empfindet, ist’s doch völlig OK… Soll jeder nach seiner Fasson selig werden, sagte der alte Fritz, und passt heute noch. So Youtube oder Serien gucken tu ich eher selten… Wobei die guten Ami-Serien ja noch das einzige sind, was ich im TV gucke…

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