Man rafft es nicht …

Die Alte habe nichts kapiert, so soll ein CDU-Abgeordneter nach der heutigen Diskussion in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über seine Parteichefin geätzt haben. Mag sein. Vielleicht hat sie nichts kapiert, oder sie hat sie nicht mehr alle. Spielt aber keine Rolle mehr. Letztlich werden sie in der Fraktion doch bis zum Letzten im Bunker brav Männchen machen, möglicherweise mit einem halbdebilen Grinsen auf ihren selbstzufriedenen Visagen, so wie weiland jener, von mir aus Datenschutzgründen nicht benannte, vorwitzige Parteieunuch, dessen Gesichtsausdruck sich mir seitdem fest ins Hirn eingebrannt hat, wie er auf der vorletzten CDU-Wahlparty in einem Anfall von Übermut ein schwarzrotgoldenes Papierfähnchen zu schwenken wagte, das ihm von einer tadelnd blickenden Mutti vor laufenden Kameras aus der Hand genommen wurde, woraufhin sich der solcherart gedemütigte eierlose Funktionär folgsam wie ein geprügelter Hund in die Schar der übrigen Claqueure einreihte.
Kommende Generationen von Japanern, Chinesen, Amerikanern und Russen werden sich in wissenschaftlichen Arbeiten vielleicht dereinst mit der Frage befassen, warum offenkundig fatale Entscheidungen, idiotische oder irrelevante, in prekärem Deutsch gestammelte Äußerungen dieser eindimensional denkenden Frau republikweit von einer sedierten Öffentlichkeit und kanzleramtstreuen Medien beklatscht und im Parlament abgenickt wurden. Aus heutiger Sicht und mit Blick auf die verständlicherweise zunehmend deutschfeindliche Stimmung in Europa kommt man nicht umhin, dem verstorbenen Rolf Peter Sieferle zuzustimmen, der hellsichtig bereits im Sommer 2016 darauf hinwies, dass eine Wiederwahl des Merkel-Regimes durch die deutschen Wähler letztlich den Tatbestand einer Kollektivschuld für die Destabilisierung Europas erfüllen würde.