Nichts!

Gar nichts. Ja, richtig gelesen. Ich will von vornherein ehrlich zu euch sein.

Heute möchte ich über nichts schreiben. Auch wenn ich jetzt das allgemeine Stirnrunzeln und vielstimmige verärgerte Grummeln vor den Bildschirmen förmlich erahnen bzw. vor meinem geistigen Auge sehen kann, muss es raus!

Ich kann heute nicht anders, als über nichts zu schreiben.

Der unmissverständliche Titel meines heutigen Beitrags drückt eben nur das aus, was der potenzielle Leser oder zufällige Besucher, der seinen auf der linken Maustaste ruhenden oder hyperaktiv auf dem Trackpad vor sich hin zappelnden Klickfinger nicht unter Kontrolle hatte und aus Neugier oder aus Versehen zu diesem Beitrag gelangt ist, zu erwarten hat: Gar nichts, im besten Falle noch ein gepflegtes Nichts in einem ansprechenden Standardtextformat, 12-Punkt Verdana, übrigens meine Lieblingsschriftart, denn man will ja dem missmutigen Betrachter wenigstens was für’s Auge bieten – ansonsten inhaltliche Leere, verpackt in fader Textsoße, ein Beitrag, den wie so viele – vor oder nach selbigem Posting abgesondert – garantiert keiner braucht, der aber nichtsdestotrotz in einigen Tagen von den unermüdlich das weltweite Netz durchstöbernden Search-Engine-Robots indiziert und bei gelegentlichen Suchanfragen boshafterweise zur Anzeige gebracht werden wird…

In der Regel schreibe ich über Themen oder Fragen, die mir auf der Seele brennen oder die mich einfach beschäftigen. Früher als karge Meinungsäußerungen in Internetforen oder hier seit etwa drei Monaten in etwas ausführlicherer Form.

Vorhin hatte ich jedenfalls noch überlegt, ob ich mal über dieses oder jenes Thema schreibe. Ich hatte auch einige Ideen, die mich kurzzeitig in einen Grübelmodus versetzten, aber letztlich sage ich mir: Schreib lieber nichts, als das Internet mit einem weiteren sinnfreien Laberposting zuzumüllen.

In der Philosophie begreift man das Nichts als Gegenteil vom Sein…
Für mich ist es die absolute gedankliche Leere…
Ihr müsste aber nicht befürchten, von mir mit langen philosophischen Betrachtungen behelligt zu werden. Nein, so einer bin ich nicht.

An nichts dachte ich auch gestern Nacht, als ich erst lange wach lag und danach noch einige Male schweißgebadet aufwachte. Am Morgen, wie auch schon an den Tagen zuvor, fühlte ich mich so zerschlagen als hätte ich… nein, nicht stundenlang Holz gehackt oder Fässer über den Hof einer Deponie gerollt. Nein, nein, so nicht. Ich verzichte auf langweilige, tausendmal gelesene Metaphern, die euch sicher nur ein verdrießliches Gähnen entlocken… Ich fühlte mich eher ganz genauso, wie Ihr euch fühlt, wenn Ihr euch stundenlang schlaflos im Bett gewälzt bzw. gesuhlt habt… Tja, nun wisst Ihr es.

Über nichts zu schreiben, ist beileibe nicht ganz einfach. Jedenfalls ist es deutlich schwieriger, über nichts zu schreiben, als gar nicht zu schreiben.
Dennoch halte ich nichtssagendes Schreiben für eine grundehrliche Sache.
Es ist in jedem Falle aufrichtiger, über nichts zu schreiben, was keinen interessiert, als über irgendetwas zu schreiben, was auch niemanden interessiert. Dazu kommt, dass ich heute wetterbedingt keine gesteigerte Lust habe, über eines der Themen zu schreiben, die sonst meine Schreiblust anregen. Hier fand man ja bisher teilweise launige Postings über garstige Themen, die manchmal etwas auf die Stimmung des Autors drückten.
Künftig werde ich die Ausrichtung des Blogs lieber dezent leicht verändern und nicht zu sehr auf trockene Themen eingrenzen. Ist aber eigentlich nichts, was ich nicht sowieso schon vorhatte…

Kurioserweise scheinen ja die beliebtesten Blogthemen „Suchmaschinenoptimierung“ und „Geld verdienen im Internet“ zu sein – sicherlich spannende Themen, die die digitale Welt bewegen und bei denen mich die schiere Fülle und Vielfalt an Blogs total überrascht. Wie viele Blogs sich fast ausschließlich den Fragen widmen, wie man durch Anlocken von Besuchern auf die eigene Website möglichst viel Geld verdienen oder durch geschicktes Feintuning mittels Plugins und Einstellungen Suchmaschinen-Rankings optimieren kann, um wiederum mehr Klicks und Seitenaufrufe zu generieren, lässt mich staunend in ehrfürchtiger Kauerhaltung am Schreibtisch verharren.

Nun bewege ich mich zwar auch seit Mitte der 90er Jahre im Internet, anfangs noch per Modemeinwahl in BBS bzw. Mailboxen. Die Bloggerszene nahm ich früher eher als rein private Veranstaltung wahr, bei der man eben belanglose Tagebucheinträge zum Besten gibt – so wie dieses Posting. Mit kommerziellen Interessen hätte ich Blogs aber früher nie ernsthaft in Verbindung gebracht. Beim Lesen des eben geschriebenen Satzes muss ich aber selbst schmunzeln. Was man doch manchmal für einen Quatsch schreibt…

Seit einigen Wochen stöbere und schmökere ich jedenfalls auch ab und zu in Blogs, von denen ich einige auch als hochklassig einschätze. So mancher fremde Beitrag hat bei mir schon einen echten Wow-Effekt ausgelöst. Berechtigterweise sollten diese Blogs natürlich auch gute Verdienstquellen sein, um z. B. mittels Werbung oder Affiliate-Marketing Einnahmen zu generieren.

Selbst ich, der ich als gelegentlicher Hobby-Blogger so ganz und gar keine finanziellen Interessen verfolge (an dieser Stelle bitte ein verstohlenes Augenzwinkern hinzudenken), hab ja hier auch Werbung über mein Adsense-Konto geschaltet, um ab und an mal einem interessierten Besucher die Möglichkeit zu gewähren, auf eine ihn interessierende und zum Beitrag passende Anzeige zu klicken.
Aber bitte jetzt dies nicht als Aufforderung zum Klicken verstehen, denn dies wäre absolut nicht regelkonform. Dennoch finde ich ja diese „kontextsensitiven“ Anzeigen teilweise sehr kurios, da passend zum Beitrag immer mal ein Inserat eingeblendet wird, z. B. wird zu einem meiner letzten Postings eine Werbung für Schnupfenspray eingeblendet.

Nun gut, ich will aus dem Nichts keine Zeilen schinden.
Kurzum (Zusammenfassung für all jene Besucher, die immer erst den letzten Abschnitt eines Textes lesen): Heute ist nichts passiert, und Ihr habt (hier) auch nichts verpasst.

2 thoughts on “Nichts!”

  1. Ich finde deinen Schreibstil sehr kreativ. Toll, wie du über nichts schreibst. Ein kleiner Tipp vielleicht trotzdem: Versuche, die Sätze kürzer zu gestalten. Schachtelsätze lesen sich schlechter. Ansonsten toll gemacht!

    1. Danke für deinen Kommentar! Ja, ein völlig berechtigter Hinweis. Eine teilweise berufsbedingte Macke. :-)

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