Mutti ist die Beste… oder nicht?

Ich kann nicht mehr genau sagen, wann Angela Merkel zu „Mutti“ wurde.

Eine Legende geht so: Kurz nach ihrer zweiten Krönungszeremonie begab es sich, dass die gerade im Amt bestätigte Kanzlerin beim Verlassen des Reichstags ihren ehemaligen glücklosen Wirtschaftsminister Michael Glos erblickte, wie er eilig aus dem Gebäude huschte. Sie ermahnte ihn wohl gönnerisch, mit gespielt strengem Unterton, doch seinen Mantel zuzuknöpfen, auf dass er sich keine Erkältung zuziehen möge.
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Geistig-moralische Wende not yet reloaded

Ein prominenter deutscher Moralapostel, der derzeit noch als Präsident eines bayerischen Balltretervereins fungiert, hat Selbstanzeige bei seinem zuständigen Finanzamt erstattet, um einem drohenden Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung zuvorzukommen.
Angeblich soll er, der sich stets als Saubermann und moralische Instanz geriert hat, selbst ein „unfassbar hohes Vermögen“ auf einem Schweizer Nummernkonto gebunkert haben. Gemunkelt wird von einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Continue reading Geistig-moralische Wende not yet reloaded

Von Helden und Politikern

Meine Superhelden sind alt geworden.
Mit einem Mal wurde mir neulich bewusst, dass nicht nur ich selbst älter geworden bin.
Etwas wehmütig denkt man ja manchmal an die vergangenen Jahrzehnte zurück, die in der Rückschau stets alle positiven und negativen Erlebnisse und Eindrücke zu einer einzigen wohligen Empfindung verschmelzen lassen und die mangels ausführlicher sprachlicher Differenzierung meist in die knappe Formel gepresst werden: die gute alte Zeit… ja, damals, als das Geld noch etwas wert war, die Autos in besserer Qualität daherkamen, keine Währungen gerettet werden mussten und – man verzeihe mir den machohaften Spruch – ein Mann noch ein Mann sein konnte.

Das war die Zeit der knallharten und unerschütterlichen Superhelden vom Schlage eines Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger oder Bruce Willis.
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Kim Jong-un oder warum Bildung nichts verändert…

Jeder mochte ihn, den aufgeweckten koreanischen Schüler namens Pak-un. Er sei ein gut integrierter, intelligenter und freundlicher Bub gewesen – ein fleißiger und ehrgeiziger Schüler mit guten Umgangsformen, der sich gut in der Schweiz eingelebt hatte, fließend Schweizerdeutsch sprach und selbst auf Englisch und Französisch parlieren konnte. Wie ein Schwamm sog er die erstklassige Schulbildung in sich auf, die ihm engagierte Schweizer Lehrer vermittelten.

Ohne Zweifel ein Leistungsträger, der auch an jedem deutschen Gymnasium brilliert hätte. Ja, der junge sympathische Asiate, der sich als Sohn eines koreanischen Botschaftsangestellten ausgab, war gegen Ende der 90er Jahre der ganze Stolz seiner Lehrerschaft an der Schule „Liebefeld Steinhölzli“ in Köniz bei Bern.

Nach den Erzählungen ehemaliger Mitschüler und Lehrer fand er sich gut zurecht, überzeugte durch gute schulische Leistungen und setzte sich für Schwache ein. Seinen Schulkameraden ist er vor allem als guter Basketballspieler in Erinnerung. Seine Liebe zum Basketballspiel, das sowohl Körpereinsatz als auch Geschick und Ausdauer erfordert, hat sich der junge Mann bis heute bewahrt, der mittlerweile jedoch seinen Decknamen ab- und einige Kilos zugelegt hat und unter seinem wahren Namen Kim Jong-un nunmehr als oberster Führer und Feldherr des nordkoreanischen Regimes über Volk, Partei und Streitkräfte gebietet. Continue reading Kim Jong-un oder warum Bildung nichts verändert…

Alles Troll oder was?

„Liebe Leserinnen und Leser, kennen Sie Trolle? Trolle sind Unholde, die Böses im Schilde führen und sich in Diskussionen auf provozierende oder beleidigende Äußerungen beschränken…
Sie wollen doch kein (männlicher oder weiblicher) Troll sein oder? Denn Trolle brauchen wir hier nicht. Also bleiben Sie ruhig, und überlegen Sie zunächst, ob Ihr Kommentar sinnvoll ist. Fassen Sie sich kurz, und schreiben Sie Ihren konstruktiven (positiven) Kommentar am besten gleich unter Ihrem Klarnamen, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben…“

Ein in diesem Duktus abgefasstes zwölfzeiliges Pamphlet, garniert mit einem lustigen Bildchen begrüßt jeden Leser und potenziellen Verfasser von Kommentaren in der Online-Ausgabe einer renommierten Wirtschaftszeitung. Continue reading Alles Troll oder was?

Der Euro – Lunte am Pulverfass Europa?

Politiker und sonstige Schönredner lieben Euphemismen. Wortreiche, wohlklingende Umhüllungen oder Verschleierungen von unangenehmen Wahrheiten oder Wörtern, die aus bestimmten Motiven nicht benannt werden sollen.
Begriffe wie Null- oder Negativwachstum, Langlebigkeitsrisiko oder Rentnerschwemme sind jedem geläufig…

In den USA kam man z. B. 2003 auf die Idee, Pommes Frites als Zeichen der Missbilligung gegenüber Frankreich, das sich gegen den Irakkrieg ausgesprochen hatte, nicht mehr als „French Fries“, sondern nunmehr als „Freedom Fries“ zu bezeichnen. Seitdem wurden Unmengen frittierter Kartoffelstäbchen im Namen der Freiheit von US-amerikanischen Patrioten verschlungen.

Auch unsere Politiker bzw. deren Redenschreiber kleckern nicht, sondern klotzen, gerade wenn es um Ausdrücke und Formulierungen geht. So wird der Euro oft als Friedenswährung, also eine Währung bezeichnet, die eine friedenssichernde Funktion haben oder durch ihre Existenz faktisch den Frieden garantieren soll. Continue reading Der Euro – Lunte am Pulverfass Europa?

Speiübel

Hundsübel ging es mir gestern abend. Als Mann soll man ja eigentlich hart im Nehmen sein, wovon altbekannte, aber dämliche Durchhalteparolen der Art „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“ beredtes Zeugnis ablegen…

Aber vergammeltes oder sonstwie unverträgliches Zeugs zu fressen zu bekommen, ist doch ziemlich hinterhältig und haut den stärksten Perser aus den Pantoffeln… Continue reading Speiübel

Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Seit Jahren feuert die geballte Medienmacht aus allen Rohren: Deutschland, mit Argwohn und Misstrauen, jedoch auch Neid betrachtetes Symbol des reichen Nordens, profitiere besonders vom Euro – und dies allein auf Kosten des armen Südens.

Die Mehrzahl der deutsche Bürger sah und sieht dies naturgemäß etwas anders, widerspricht es doch ihrer gelebten Wirklichkeit, den tagtäglich im Alltag gesammelten Erfahrungen, die von Billiglöhnen, Teuerung, hohen Steuern, Abgaben und staatlichen und europäischen Drangsalierungen à la Glühlampenverbot geprägt sind.

Geschulte EU-Propagandisten pflegen daraufhin sinngemäß zu antworten, diese negative Wahrnehmung sei nur gefühlt, entspreche jedoch nicht der Wirklichkeit, da der EU keine derartigen Daten vorlägen…

Nun ziehen sich immer mehr feine, aber unübersehbare Risse durch die Matrix. Continue reading Deutschlands Privathaushalte – Verlierer des Euro?

Facebook vs. Domian

WDR-Nachteule Jürgen Domian ist fassungslos. Er kann es immer noch nicht glauben.

Er, der als Nacht-Talker mit seinem markanten Gesicht und der einfühlsamen Stimme einem breiten Rundfunk- und Fernsehpublikum bekannt sein dürfte und in zahllosen Nächten schlaflosen Anrufern in nächtlichen Call-In-Betroffenheitsshows Trost und Rat spendet, hat eine neue Aufschrei-Debatte losgetreten. Continue reading Facebook vs. Domian

Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…

Könnt Ihr euch noch daran erinnern, wie euch Opa oder Oma immer ihre Lebensweisheiten aufdrängeln wollten und mit ihren moralisierenden Sprüchen und Ansichten etwas genervt haben?

Nein, ich meine damit nicht nachdrücklich vorgebrachte Mahnungen der Art: „Junge, erlern einen ordentlichen Beruf, in dem man gutes Geld verdient, und lass dir mal wieder die Haare schneiden“, sondern eher sprichwörtliche Redensarten, in denen viele wohlfeile Verhaltensregeln und Prinzipien vermittelt wurden: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, „ohne Fleiß kein Preis“ und „ehrlich währt am längsten“ sind nur einige dieser großmütterlichen Redensarten, die wohl jeder kennt, der als Nichtmigrant im biodeutschen Kulturraum – wie man im linksgrünen Milieu wohl zu sagen pflegt – aufgewachsen ist…

Doch Oma und Opa meinten es ja nur gut und wollten ihren Sprösslingen gesellschaftliche Normen nahebringen, die in ihrer Gesellschaft zu ihrer Zeit Gültigkeit hatten und, wie sie dachten, auch künftig stets haben werden. Diese sprichwörtlichen Redensarten spiegeln traditionelle Normen wider, wie z. B. die wilhelminische Obrigkeitshörigkeit des braven Untertanen oder die heute auch in FDP-Kreisen zuweilen propagierte Auffassung, nur durch harte Arbeit könne man es zu etwas bringen oder der Glaube daran, dass sich Straftaten nicht lohnen…

Obschon diese traditionellen Redensarten eher Ausdruck protestantischer Sittsamkeit und preußischer Tugenden sind, waren in meiner Kindheit Eltern, Großeltern und Erzieher bemüht, dem Bub, also mir, auf diese Weise moralische Grundsätze und soziale Verhaltensregeln zu vermitteln, die mich zu einem Leben als wertvolles Mitglied der real existierenden sozialistischen Gesellschaft befähigen sollten…

In unserer modernen Gesellschaft, die von solch moralischem Ballast und antiquierten ethischen Auffassungen weitgehend befreit und gleichsam entkernt wurde, besitzen viele dieser traditionellen Lebensweisheiten und Begriffe, z. B. die des ehrbaren Kaufmanns oder redlichen Bankiers, nur noch antiquarischen Wert. Es sind leere Worthülsen, die höchstens noch in den launigen Erzählungen pfeiferauchender SPD-Altpolitiker vorkommen…

In der gesellschaftliche Realität werden diese Redensarten tagtäglich widerlegt… Crime does pay, every day…. und der Ehrliche ist leider allzu oft der Dumme.

Dies gilt um so mehr für Omis Spruch: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“
Wie wenig doch diese alte Redensart auf die heutigen Verhältnisse anwendbar ist, obwohl sie doch nur dem ureigenen Bedürfnis nach Vorsorge für schlechte Zeiten Ausdruck verleiht… Continue reading Spare in der Zeit, dann hat die Bank in der Not…