Ein Kasper für Obama

Der glücklose pantomimische Auftritt eines falschen Gebärdendolmetschers sorgte bekanntlich auf der weltweit übertragenen Trauerfeier zu Ehren Nelson Mandelas am Dienstag in Johannesburg für Aufregung und Empörung unter Gehörlosen.
Diese fast schon komödiantisch anmutende Einlage dürfte jedoch auch eine dunkle Kehrseite aufweisen. Offenbart dieser Vorfall nicht auch eine gefährliche Sicherheitslücke, die in höchst fahrlässiger Weise seitens der ANC-Verantwortlichen zugelassen wurde? Continue reading Ein Kasper für Obama

Coming home

Es war ein Festtag für ganz Palo Alto. Bis zum letzten Althippie waren alle Bewohner der kleinen kalifornischen Gemeinde auf den Beinen. Väter und Mütter mit ihren Kindern säumten fähnchenschwenkend die Straße, auf der später die schwarze offene Limousine mit dem umjubelten Helden, einem würdigen Sohn der Stadt vorbeifahren sollte.
He’s coming home. Merrill Oldman – einer jener Kriegshelden, wie sie Amerika stets verehrt hat, kehrte zurück. Einer, der sich einst aufgemacht hatte, um seinem Land zu dienen. Einer, der nicht erst fragte, was sein Land für ihn tun kann…

Es war der Tag, an dem Merrill Oldman heimkam, der 85-jährige US-Kriegsveteran, der nach sechswöchiger Haft aus dem Gewahrsam der nordkoreanischen Behörden entlassen worden war und nun nach einem Umweg über Peking endlich wieder Fuß auf freien kalifornischen Boden setzen konnte. Continue reading Coming home

Alles kommt anders! (optimistisches Szenario)

Schon eine seltsame Spezies – diese ganzen Pessimisten, Fundamentalkritiker und Untergangspropheten, die früher das Internet bevölkerten. Aus Sicht des Jahres 2016 kann der moderne Weltbürger über derlei unfundierte Vorstellungen nur noch den Kopf schütteln. Unverbesserliche Schwarzseher, deren geistige Beeinträchtigungen man nun endlich durch wirksame pharmakologische Behandlungsmethoden kontrollieren kann.
Denn 2016 ist eines der besten Jahre der Menschheit seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Continue reading Alles kommt anders! (optimistisches Szenario)

Alles Geld der Welt

Wir schreiben das Jahr 2016.
Der europäische Kontinent ist verwüstet. Chaos und Anarchie herrschen.
Die Meere sind verseucht. Überlebende Politiker und Eliten haben sich in sichere Bunker und Gated Communities zurückgezogen. Wie einer der vielen Hunderttausend Obdachlosen und Elenden im zerfallenen Staat Großbritannien hat sich ein einsamer Mann aus Newport am Rande einer großen Mülldeponie in South Wales notdürftig in einem Wohnwagen eingerichtet.
Heruntergekommen und verzweifelt sieht er aus, unrasiert und zerlumpt haust er in seinem verfallenen Wohnwagen und ernährt sich zumeist von Kartoffelchips und Bier. Continue reading Alles Geld der Welt

Debakel für das IOC

Tu Felix Bavaria. Oh Mann, die Bayern haben sich was getraut.
Mein Respekt gilt den bayerischen Wählern für die mehrheitliche Ablehnung des überflüssigen Olympiaprojekts „München 2022“.
Eine Sternstunde für die Demokratie und eine schallende Ohrfeige für das IOC, den exklusivsten und wohl reichsten Privatklub der Welt, in dessen korrupten Hofstaat sich auch zahlreiche deutsche Funktionäre, Politiker und abgehalfterte Berufssportler gern einreihen würden.
Nicht wundern müssen uns die vor Wut überschäumenden Reaktionen aus den Reihen der Politik, des zwangsfinanzierten Staatsrundfunks, der wohlgenährten Verbandsfunktionäre und all jener, die nun ihre Felle davonschwimmen sehen. Continue reading Debakel für das IOC

Wetten, dass

„Haste gestern „Wetten, dass“ gesehen? War geil, wa?“
Es war ein dunkler kalter Novembermorgen, irgendwann Anfang der 80er Jahre in einer Kleinstadt im ostdeutschen Nirgendwo.
In meiner Erinnerung waren es immer dunkle, kalte Novembertage, an denen ich montags, kurz vor halb acht schlaftrunken und abgehetzt auf dem Schulhof eintraf. Das frühe Aufstehen besonders nach dem Wochenende lag mir ganz und gar nicht. An den anderen Tagen war es meistens auch nicht anders.
Wenn ich nicht zu spät kam, traf ich meine Freunde und Klassenkameraden morgens auf dem Schulhof, wo wir uns am Schultor zu einem morgendlichen Schwätzchen einfanden, bevor uns ein paar Minuten später das unerbittliche Klingelzeichen zum Unterricht in das rote Backsteingebäude rief. Bis zum letzten Klingeln harrten wir meist draußen in der kühlen Morgenluft aus und sprachen kurz über das Fernsehprogramm vom Vorabend, bevor wir dann widerstrebend in unsere stickigen Klassenräume trotteten. Continue reading Wetten, dass

Obama vs. Gorbatschow

Obama und Gorbatschow – einstige Hoffnungsträger und charismatische Superstars auf der politischen Weltbühne, zunächst frenetisch bejubelt und verehrt, später an der Unbill der Realität gescheitert, entzaubert und schließlich schmählich vom Olymp der politischen Heilsbringer vertrieben.

Die Karriere des US-Präsidenten Obama erinnert mich auf seltsame Weise an die glücklose Amtszeit von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion gegen Ende der 80er Jahre. Auch jener war einst in seinem Herrschaftsgebiet als charismatischer, jugendlich wirkender Hoffnungsträger der Politik angetreten. Continue reading Obama vs. Gorbatschow

Laufen macht frei

Locker bleiben. Tief durchatmen. Nicht hetzen lassen.
Den Dingen ihren freien Lauf lassen…
Ihr habt sicher schon an meiner Schrift bemerkt, wie ruhig und entspannt ich geworden bin.

Ich laufe ja schon seit meiner Jugendzeit gern und viel, besonders jetzt im Herbst. Laufen macht den Kopf frei. Man kann seine Gedanken ordnen und ungezwungen über alles Mögliche nachsinnen, z. B. über Gott (Gott ist tot) und die Welt (sehr komplex), das Universum (unergründlich) und den ganzen Rest (auch immer sehr spannend). Continue reading Laufen macht frei

Ruhig bleiben

Ich habe mir vorgenommen, mich nicht mehr aufzuregen. Bringt nichts. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Ich gelobe, mich nicht grundlos abfällig oder negativ über unsere gewählten Volksvertreter zu äußern. Betonung liegt auf grundlos. Zahle selbstredend meine Steuern und Demokratieabgaben a. k. a. Fernsehgebühren, ohne zu murren. Es ist alles nur zu meinem Besten.
Der Staat ist mein „Freind“, und das ist gut so. Das von mir kreierte Wort „Freind“ soll übrigens die Dialektik der zwiespältigen Bürger-Staat-Beziehung zum Ausdruck bringen. Wow, meine eigene Wortschöpfung! Ich hätte Denker oder wenigstens Blogger werden sollen. Continue reading Ruhig bleiben

Splitter

Ich habe Hermann Gröhe gesehen. Gerade eben im Fernsehen.
Hermann Gröhe ist ein Mann von respektabler Statur mit einem glatten, offenen Gesicht. Er weiß sich gut auszudrücken und wirkt wie der nette Onkel von nebenan, der sich seinen Bediensteten gegenüber fair verhält. Ein routinierter CDU-Berufspolitiker mit 7.500 Facebook-Likes, der sich seit seinen Schülersprechertagen mit Leib und Seele der Sache der CDU verschrieben hat. Er hat es sogar bis zum Generalsekretär gebracht. Mehr Sekretär als General zwar, und man ahnt, dass er wie so viele der merkelschen Jungs als Platzhalter auf Abruf installiert wurde, aber immerhin. Dies soll seine Leistung nicht schmälern. Continue reading Splitter

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