Platz da!

Thomas von Aquin hatte im Mittelalter die theoretische Frage aufgeworfen, wie viele Engel auf einer Nadelspitze tanzen können. Wenn ich mich recht erinnere, einigte man sich nach langen Diskussionen auf die Antwort: So viele wie wollen.

Die moderne Entsprechung dieser theologisch bedeutsamen Frage ist: Wie viele Migranten oder sog. Flüchtlinge kann ein Land wie Deutschland aufnehmen?

So viele, wie man hereinlässt? Nein, denn das würde eine potenzielle, wenn auch unwahrscheinliche Begrenzung bzw. einen möglichen künftigen Willen zur Zurückweisung implizieren. Falsch, Kinder. Man ist natürlich versucht, die Frage nach der maximalen Zahl außereuropäischer Migranten, die sich in Deutschland tummeln können, analog der vorerwähnten theologischen Engelsfrage zu beantworten. Dennoch lohnt es, dieser schwammigen Aussage der Pfaffen mit einem gebotenen Schuss Skepsis und Kritik zu begegnen.
„So viele wie wollen“ wäre eine unangemessene Antwort, d. h. begrifflich zu niedrig angesetzt, denn a) was ist mit denen, die (noch) nicht wollen?; und b) übersteigt das heutige Gebiet Deutschlands schließlich die Fläche einer Nadelspitze um ein Quantilliardenfaches (und womöglich noch mehr). Man muss daher eine erweiternde Formulierung finden, die dem räumlichen Mehrangebot in Deutschland gegenüber einer Nadelspitze Rechnung trägt. Aus heutiger Sicht lautet die korrekte Antwort daher: alle. Und wenn man zusammenrückt, sogar noch mehr …

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