Presseabfall …

Ein hier einwohnender Nachbar von robuster Gestalt trägt mehrmals wöchentlich diverse Tageszeitungen aus und hinterlässt mir nach seiner Tour immer aktuelle Ausgaben verschiedener Zeitungen im Briefkasten. Merkelpresse – für informationell Abgehängte, ausgetragen von finanziell Abgehängten. Das ist so nice, very nice; und es macht mich happy, bedanke ich mich. Nur aus Zeitnot schaffe ich es leider meist nicht, die gründlich zu lesen, so lüge ich ihn an. Der Mann meint es nur gut. Denkt, er tut mir was Gutes.  Ich sage ihm nicht, dass er mit der Verteilung dieser Propagandablätter dazu beiträgt, seine eigene Existenzgrundlage und die seiner Nachkommen zu zerstören. Und last, but not least, die Umwelt natürlich auch, ah ja …
Aber ich will sein Weltbild nicht ins Wanken bringen. Was macht es auch für einen Unterschied? Der Mann braucht das Geld. Ihn trifft keine Schuld. Natürlich nicht. Opa hat schließlich damals auch nur Sand geschaufelt und Betonplatten verlegt, als er beim Bau der Autobahn mitarbeitete.
Tatsächlich spüre ich Widerwillen, denn ich weiß schon vorher, was in den Zeitungen steht. Einseitiges linkslastiges Geblubber gegen Rassismus, gegen Verschwörungstheoretiker, gegen Rechts natürlich und gegen die Kapitalisten usw. usf., mittlerweile mit immer stärkerer Schlagseite. Wer tut sich solche Lektüre noch an? Kaum vorstellbar, dass ich irgendwann freiwillig Zeitungen gelesen habe.
Ungelesene Exemplare der mehr oder minder sozialistisch gefärbten Parteipresse landen am Wochenende in der wuchtigen blauen Plastiktonne auf Rädern. Vielleicht sammele ich sie lieber selbst und bringe sie selbst zum Altpapierhändler. Den Erlös kann ich ja spenden. Recycelt wird das Papier im nächsten Verwendungszyklus auf Toilettenpapierrollen nützlichere Dienste leisten. Diese Presse war nie so überflüssig wie heute. Eine staatliche GEZ-Presseabgabe muss und wird daher kommen. Unabdingbar für den Erhalt der Demokratie. Geförderte Alibiprodukte müssen bleiben und zugestellt werden, um regimetreuen Journalisten ein Einkommen zuzuschanzen. Die Ratten haben es sich auf dem sinkenden Schiff bequem eingerichtet.