Self-Publishing (II)

Übrigens warf ich am Wochenende einen Blick in meine bisherige Download-Statistik unter Bookrix. Ihr erinnert euch? Über dieses Portal (bzw. diesen Verlag) hatte ich vor einiger Zeit diese beiden kleinen Kurzgeschichten gratis veröffentlicht.

Innere Werte ­- ca. 400 Downloads (von Mitte November bis Februar)
Der Fremde vom Teufelsberg – ca. 350 Downloads (von Ende Januar bis Februar) 

Bisher also eine durchaus gute Bilanz, wie ich finde, die ich euch nicht vorenthalten wollte. Die überwiegende Zahl der bisherigen Downloads entfiel auf die ersten vier Wochen nach der Veröffentlichung. Ist auch logisch, denn da ist der Titel meist noch frisch in den Charts (Top 100 der Genre-Kategorie) sichtbar. Ich bin mal so anmaßend, zu glauben, dass ein Teil der Downloader diese Texte tatsächlich gelesen hat. Danke fürs Lesen, Leute, und Dank vor allem an den wohlwollenden Rezensenten. Bei Bookrix kann ich (mit ein- bis zweimonatiger Verspätung) tatsächlich die nackten Download-Zahlen einsehen, die von diversen ebook-Shops übermittelt werden. Die meisten Downloads (ca. 70 %) kommen natürlich über Amazon rein, aber auch in anderen Shops wurde fleißig heruntergeladen. Die ebook-Veröffentlichung ist somit nach meinem Dafürhalten gar nicht mal schlecht, um einen digitalen Verbreitungskanal für „schöngeistige“ Texte zu gewinnen – immer vorausgesetzt, man hat gut geschriebene, interessante Inhalte, bzw. man ist der Meinung, dass man lesenswerte Inhalte hat (was zugegeben bei mir nur in begrenztem Maße der Fall ist, aber ich bemühe mich …). Sonst kann man sich die ganze Mühe selbstredend sparen. Nach dem zu urteilen, was ich von einigen Indie-Autoren bisher gelesen habe (durchwachsene Erfahrungen), hat es keinen Sinn, unfertige, fragmentarische oder orthografisch mangelhafte Texte zu publizieren. Belanglose oder zu polemische Texte sind m. E. auch nicht unbedingt zur Veröffentlichung geeignet. Verständlich oder? Texte, die die Leserschaft spalten und widersprüchliche Reaktionen hervorkitzeln, werden generell nicht goutiert. Leser möchten in der Regel nicht agitiert werden, sondern packende oder anregende Literatur konsumieren. Aber polemische Texte kann ich ja zum Glück hier im Blog einstellen, wobei das vorstehend Gesagte auf Blogs auch zutrifft. Aber gut, hier kann sich schließlich keiner beschweren, da ich negative Kommentare jederzeit löschen kann. ;-)


Amazon-Leser sind teilweise sehr, sehr kritisch; verärgert man sie, macht es auch keinen Unterschied, ob man gratis oder gegen Entgelt eingestellt hat. Man muss bedenken: Die Leser zahlen mit ihrer Zeit und Aufmerksamkeit, die sie für ihre Lektüre aufwenden. Wenn die Leute etwas lesen, haben sie auch immer eine gewisse Erwartungshaltung an den Text. Natürlich spielen da viele subjektive Aspekte mit hinein, aber das ist schon ein anderes Thema.
Dennoch kann man schon davon ausgehen, dass sich abseits des Blogs zusätzliche Leser per Self-Publishing gewinnen lassen. Darauf kam es bei meinem Versuch auch an. Andererseits wird in den ebook-Shops eben auch so viel trivialer Lesestoff (haufenweise Teenie-Schmonzetten) verkauft, der offenbar seine Leser findet, so dass man manchmal ins Staunen kommt. Ja, selbst ich wundere mich oft. Kaum zu glauben. Aber gut, die Leser wollen es, also soll es so sein. Das ist Freiheit.

Am effektivsten kann man sein Werk natürlich präsentieren, wenn man in irgendeiner Genre-Kategorie in den jeweiligen Charts gelistet ist, d. h. man muss schauen, dass man in den Top 100-Downloads vertreten ist (in meinem Falle war es die Kategorie „Belletristik – Kurzgeschichten & Anthologien“, wo ich einige Wochen drin war und ab und zu wieder reinrutsche), was zeitweise eigentlich gar nicht so schwierig ist (hängt von einigen Faktoren ab) – aber wenn man halt aus den Top 100 seines Genres rausfliegt, ist man für die Amazon-Leserwelt faktisch unsichtbar. Wahrscheinlich taucht man bei einzelnen Usern ab und zu dann noch in den Empfehlungen/Vorschlägen mit auf (z. B. in den Vorschlägen zu „was Käufer dieses Artikels sonst noch gekauft haben“). Aber die Mechanismen zur Generierung dieser Empfehlungslisten kenne ich nicht. Ist auch nicht wichtig, aber okay; soweit erstmal das, was ich sagen wollte. Hoffe, zum Erkenntniserwerb beigetragen und euch nicht übermäßig gelangweilt zu haben.

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