Sommerzeit – Reptilienzeit

Wo ist nur diese freche Schnappschildkröte abgeblieben? Seit Tagen quält uns diese Frage.
Der Sommer ist ja nicht nur Urlaubszeit, sondern für die Daheimgebliebenen auch wohlige Gruselzeit.

Jahr für Jahr stößt man im Sommerloch auf Meldungen übers Krokodil aus dem Baggersee oder gar auf aktuelle Berichte über die Achillessehnen durchbeißende Schnappschildkröte „Lotti“, die in einem bayerischen Weiher ihr Unwesen treibt, oder über die in der Ostsee aufgetauchten scharfzähnigen Pacus, mit Piranhas verwandte Fische, die angeblich nicht nur Nüsse knacken, sondern als besondere Leckerbissen die Hoden unbehoster Badegäste abtrennen und verspeisen.

Der Deutschen liebstes Pendant zum weißen Hai sind eben die alljährlich in heimischen Tümpeln und Seen ausgesetzten Kleinreptilien und Raubfische aus fernen tropischen Gewässern.

Bei mir auf dem Balkon lebte übrigens bis vor kurzem ein Frosch.
Der Frosch war wahrscheinlich eine Kröte, aber das tut nichts zur Sache. Wie kam nun dieser Froschlurch auf meinen Balkon?

Begonnen hatte alles mit drei Kaulquappen, die ich irgendwann Ende März oder Anfang April geschenkt bekam.
Kinder, Ihr wisst ja wohl, was Kaulquappen sind? Wenn nicht, einfach mal googeln. Na also. Ich will ja nicht beim Urschleim anfangen, und etwas intellektuelles ähm Bildungsniveau sollte man ja voraussetzen können. Aber unterbrecht nicht immer meine Gedankengänge… Also diese Kaulquappen stammten aus einem privaten Teich, wurden also nicht gesetzwidrig der Natur entnommen, dies nur um etwaigen Fragen oder Anzeigen zuvorzukommen.

Man weiß ja nie, ob sich nicht auch irgendwelche Klagehanseln in diese Untiefen des Internets verirren. Aber nicht anzunehmen. Dieses ganze Internetdingens ist ja schließlich noch Neuland, wie wir seit Neuestem wissen. Dieses Neuland wird gewissermaßen in Form jungfräulicher HTM- bzw. PHP-Seiten von mir beackert und mit meinen geistigen Ergüssen befruchtet.
Na mal sehen. Ja, also wo war ich?
Ach so, der Frosch. Der Frosch bzw. die Kröte – wie gesagt, eine genaue Bestimmung hab ich nicht vorgenommen – entwickelte sich aus der einen überlebenden Kaulquappe, die in dem kleinen Aquarium auf dem Balkon von mir gepflegt wurde.

Dort schwamm also diese Kaulquappe mit den Fischen um die Wette und verwandelte sich irgendwann per wundersamer Metamorphose in ein froschartiges Wesen…

Ich setzte ihn oder sie dann in ein anderes Terrarium auf meinem Balkon. Der Frosch oder die Kröte schien sich auch wohl zu fühlen und scheinbar gelang es ihm oder ihr, ab und zu ein paar Insekten zu fangen oder sich von Pflanzen oder Mückenlarven zu ernähren… Dann wuchs der Froschlurch und wurde immer größer!

Nun, was soll ich noch groß schreiben?
Anfang August hab ich dann meinen Froschkönig in die Freiheit entlassen und in einer artgerechten Umgebung ausgesetzt. Zur Sicherheit in einem Feuchtbiotop mit Wasser in Reichweite…

Jedes Mal, wenn ich seitdem an dieser Stelle vorbeijogge, höre ich nun ein lautes zufriedenes Gequake.

Tja, das ist wohl die Geschichte, die ich heute erzählen wollte. Mal so richtig aus dem wahren Leben gegriffen.
Ihr seht also, man kann auch mit bescheidenen Mitteln seinen Beitrag zum Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt leisten.

Nun werden sich manche von euch vielleicht fragen, ob da noch was kommt – eine geistreiche Pointe etwa, oder worin der tiefere Sinn dieses heutigen Beitrags lag?
Na, dann lest den Beitrag noch einmal gründlich durch.
Tut mir leid, aber mehr Hilfestellung kann ich jetzt auch nicht geben. Wäre sonst unfair den anderen Lesern gegenüber.

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