Speiübel

Hundsübel ging es mir gestern abend. Als Mann soll man ja eigentlich hart im Nehmen sein, wovon altbekannte, aber dämliche Durchhalteparolen der Art „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker“ beredtes Zeugnis ablegen…

Aber vergammeltes oder sonstwie unverträgliches Zeugs zu fressen zu bekommen, ist doch ziemlich hinterhältig und haut den stärksten Perser aus den Pantoffeln…

Jedenfalls ging es mir gestern abend nach dem „Genuss“ einer Pasta-Sauce mit Oliven nebst Spaghetti ziemlich schlecht. Ich hatte diese Sauce eigentlich nur als Notlösung gekauft, da meine Lieblingssorte nicht mehr vorrätig war. Daher griff ich als Ersatz zur Sauce mit Oliven, was wohl mein Pech war!

Ich weiß nicht woran es genau lag, aber jedenfalls musste ich zwei Stunden danach brechen wie der Weltmeister im Hotdog-Essen nach dem Sieg und war den ganzen Abend lang zu nichts gebrauchen.

Aber wo zur Hölle meldet man nun eigentlich Verdachtsfälle auf verdorbene Lebensmittel oder Lebensmittelskandale? Nicht, dass es irgendetwas bringen würde…

Man bekommt ja aus offiziellen Verlautbarungen zuweilen den Eindruck, als sei jeglicher essbarer Sondermüll im Grunde kein Problem für den menschlichen Verwertungsapparat – von Gammelfeisch über Giftfisch und Dioxin-Eier sei der Verzehr für einen gesunden Erwachsenen in normalen Mengen gesundheitlich unbedenklich, wird bei jedem neuen Vorfall gebetsmühlenartig aus dem Verbraucherabwiegelungsministerium wiederholt…

Fraglos kann ich das zweite Glas Pasta-Sauce an den Ursprungsort der Verderbtheit zurückbringen und mir im Rahmen der „Zufriedenheitsgarantie“ mein Geld erstatten lassen.
Aber wird man nicht das Glas einfach wieder ins Regal stellen, was mich jedenfalls nicht wundern würde?

Als braver Verbraucher dacht ich aber wenigstens, es wäre mal meine Pflicht, bei der Zufriedenheits-Hotline des Herstellers anzurufen. Aber dort war schnell Endstation – ich kam bis Punkt 7 des Telefonmenüs – an dieser Stelle soll man angeblich Kritik äußern dürfen…  und wurde mit fröhlicher Warteschleifenmusik ruhig gestellt.

Einen Mitarbeiter bekam ich nicht zu sprechen. Alle Telefonleitungen waren besetzt. Nach einigen Minuten gab ich schließlich auf. Mein Aufschrei-Elan war endgültig erlahmt.

Da offenbar gerade alle Mitarbeiter/innen in Gespräche mit zufriedenen Kunden verwickelt waren, wollte ich dann die Harmonie dann lieber nicht stören…

Nun ja, vielleicht bin ich ja das Problem, nicht das Produkt. Fühle mich nach meiner jüngsten Brechorgie sowieso zu schwach, um eine Empörungsdebatte anzustoßen.

Wir passen wohl halt einfach nicht zusammen – das Produkt und der Verbraucher…

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