Schlagwort-Archiv: Abschiedsrede

Sag beim Abschied leise Servus …

So trällerte man einst. Nicht so Hans-Georg Maaßen, der scheidende Chef des Verfassungsschutzes, der mit seiner fulminanten Abschiedsrede noch einmal kräftig im Berliner Wespennest herumstocherte, woraufhin ein allgemeines Gewinsel, Gejammer und Gekläffe der Be- und Getroffenen anhob … Hans-Georg Maaßen, der als bekanntester und womöglich kompetentester deutscher Geheimdienstchef seit Markus Wolf in die Annalen eingehen wird, wäre nicht der Mann, für den ich ihn halte, wenn er die daraus für ihn erwachsenden Folgen nicht einkalkuliert hätte. Durchaus anzunehmen, dass man von ihm auf dem Feld der Politik noch hören wird. Abgesehen davon, dass nichts von dem, was er sagte, in irgendeiner Weise skandalös oder falsch war, halte ich seine Versetzung in den Ruhestand für einen taktischen Fehler der Merkel/Seehofer/Nahles-Administration. Im Innenministerium auf einem Beraterposten hätte man ihn unter Kontrolle gehabt und gewissermaßen an der kurzen Leine führen können. Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher, so sagt man doch? Möglicherweise hat H.-G. Maaßen seine jetzige Entlassung daher bewusst provoziert. Hatte vielleicht keine Lust, seine letzten Dienstjahre noch als besserer Bettvorleger im Innenministerium zu absolvieren. Völlig richtig, was er sagte: Hetzjagd-Lüge etc. pp.; es gibt linksradikale Kräfte in der SPD, die ihn aus dem Weg haben wollten, und die Flüchtlingspolitik (Merkels) ist/war naiv und links. Und die getroffenen Hunde bellten wie bestellt …

Hans-Georg Maaßen verlässt den Dienst hoch erhobenen Hauptes; er ist frei und kann neu durchstarten; er wird auf seine nationalen und internationalen Kontakte und Verbindungen zugreifen können; und wer weiß, ob nicht von Zeit zu Zeit mal belastende Details aus dem Berliner Sumpf aus irgendwelchen geheimen Dossiers durchsickern … aber andererseits, welche verruchten Taten könnten das schon sein, die einer/einem bundesdeutschen Politiker(in) anno 2018 noch schaden könnten?

Maaßens (linker) Nachfolger auf dem Posten des obersten Verfassungsschützers wird sich absehbar kaum sträuben, die AfD (und alle als rechts eingestuften Organisationen) unter Beobachtung zu stellen. Zunächst dürften aber personelle Säuberungen innerhalb des Inlandsnachrichtendienstes anstehen. Schätze, dass der/die neue Chef(in) sich als Erstes der Aufgabe zuwenden wird, die Reihen seiner Mitarbeiter von Sympathisanten ihres Ex-Chefs zu säubern.