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Besitzt du noch, oder teilst du schon?

Betrachtungen zur „Sharing Economy“

In letzter Zeit fallen mir bei meinen gelegentlichen Besuchen der Online-Präsenzen einiger Zeitungen und Blogs wie Jubelarien verfasste Artikel auf, in denen voller Begeisterung und Euphorie die Vorteile der „Sharing Economy“ angepriesen werden. Diese, daran lassen einige Autoren keinen Zweifel, werde die grundlegende Einstellung der Gesellschaft zum Eigentum verändern und schließlich zu einer Art Bewusstseinsveränderung führen. Der künftige Konsument werde somit weniger Wert auf den Besitz von Gebrauchsgütern legen, sondern sich damit begnügen, diese Güter je nach Bedarf gemeinschaftlich zu nutzen.

Ein oft zitiertes Beispiel ist die ungenutzt herumliegende Bohrmaschine, die sich der Student in der Nachbarschaft gegen ein kleines Entgelt ausleihen kann, oder auch die private Wohnung, die man zeitweise an Urlauber untervermietet. Gleichfalls kann man sein Privatauto, das die meiste Zeit des Tages ohnehin ungenutzt auf der Straße stehe, fahrzeuglosen Zeitgenossen gegen einen Obolus zur Nutzung überlassen. Selbst überflüssige Lebensmittel lassen sich bereits per Internet-Foodsharing an hungrige User abgeben.

Eine Gesellschaft, in der der freie Zugang zu Gütern das Streben nach Besitz und Eigentum ablöse, werde eine gerechtere, nachhaltigere und effizientere Wirtschaftsform hervorbringen, so lautet zumindest der Grundtenor vieler sich im Internet tummelnder Apologeten der Sharing Economy. Um so besser, wenn man mit solchen weltverbesserischen Träumereien gleich einige potenzielle Nutzer auf ein verlinktes Vermietungsportal locken kann. Continue reading Besitzt du noch, oder teilst du schon?