Thomas de Maizière

Für die Nachwelt erhaltenswert. Ex-Minister und Opportunist, wie er im Buche steht, der sich seine Lebenslüge zusammenzimmert. Schon ziemlich dreist, jetzt zu behaupten, man habe mit der Grenzöffnung 2015 nur auf die „Stimmungen“ der Deutschen reagiert, quasi dem „Volkswillen“ entsprochen. Anstandshalber sollte man wenigstens eine Generation warten, bevor man Geschichte umschreibt bzw. kreativ umdeutet.

Hier aber von Michael Klonovsky treffend kommentiert.
(Ex-)Bundesinnenminister Thomas de Maizière räumt … ein, dass die Bundesregierung sich in der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 “von Stimmungen leiten lassen” habe – so der Minister gegenüber der Bild-Zeitung –, statt “nüchterner” zu handeln.  …
Die Regierung hätte rigide Maßnahmen unter dem Druck der Volksmilde schnell wieder zurücknehmen müssen, vermutet der Minister, was wiederum eine “Sogwirkung” erzeugt haben würde. 

Bemerkenswert ist an de Maizières Aussage ist, dass er den Deutschen eine Mitschuld daran gibt, wenn in ihren Straßen, Parks und öffentlichen Verkehrsmittel nunmehr die Darwin awards eröffnet sind, von denen ein fröhlicher Opportunist im Range eines Ministers naturgemäß nichts mitbekommt. Lag jener Engländer, der Deutschland einen “Hippie-Staat” nannte, am Ende gar nicht so verkehrt?

Vermutete Stimmungen in der Bevölkerung, das ist nun freilich ein sonderbares Kriterium für politisches Handeln, zumal solche Stimmungen ja sonst kaum ins Gewicht fallen. Tatsächlich hat die Regierung primär auf Stimmungen in der Öffentlichkeit reagiert, also in jenem Teil der Bevölkerung, der medial tatsächlich repräsentiert wird, dem “Überbau”, jener bunten, oftmals staatsalimentierten Gaukler-Welt aus Medien, Parteiapparaten, Stiftungen, Verlagen, Kulturinstitutionen, Kirchen, Universitäten, Gewerkschaften etc. pp., dem all jene “Wir sind mehr”- oder “Wir sind viele”-Krakeeler entstammen, denen heute die Luft dünn wird und bei denen die Angst wächst vor dem seinerseits wachsenden Erfolg der Rechtspopulisten, weil die ihnen die Subventionen streichen werden, sobald sie irgendwo regieren. Die Regierung handelte im selben witternden Modus wie beim Atomausstieg. Dass die Stimmung eines durch und durch parasitären Milieus, dessen Anteil an der gesellschaftlichen Wertschöpfung ungefähr dem Merkelschen Anteil an der Veredelung der deutschen Sprache entspricht, dass dieses Milieu die bislang katastrophalsten Entscheidungen einer Bundesregierung herbeizwingen konnte, illustriert sehr plakativ, dass die Agenten der kulturellen Hegemonie und Invasoren des vorpolitischen Raumes von Gramsci bis Dutschke die richtige Strategie hatten. In medial gelenkten Gesellschaften herrscht derjenige, der über die Stimmung im öffentlichen Raum gebietet und die Regierenden zum Apportieren zwingen kann. Dass sie dabei am eigenen Ast sägen, ist Linken eigentümlich.

Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/1062-14-februar-2019
(Hervorhebung im Text von mir)

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