Über Risse und Gegensätze ….

Entwicklungen in der Natur und in der Gesellschaft fußen auf Widersprüchen. Auch reine Vernunft als solche ist in sich widersprüchlich. Hegel und Marx ist diesbezüglich zuzustimmen. Widersprüche in menschlichen Gesellschaften, die als Gegensätze zwischen konkurrierenden Seiten, Parteien, Interessengruppen, Akteuren oder sozialen Klassen zu Tage treten, wirken als Triebkräfte des Wandels. Idealerweise sollte nach Marx die Auflösung derartiger Widersprüche eine stetige Höherentwicklung bewirken. Eine Gesetzmäßigkeit historischer Entwicklungen oder eines allgemein aufstrebenden gesellschaftlichen Fortschritts wird man aus heutiger Sicht – als grober Nachweis genügt vielleicht schon ein Blick aus dem Fenster – verneinen müssen. Nicht jede Entwicklung ist aus Sicht der Allgemeinheit positiv. Gesellschaftliche Widersprüche – und es gibt derer viele – sind jedoch nicht alle kritischer Natur.

Unversöhnliche Widersprüche, die sich nur durch einen Bruch der bestehenden Ordnung auflösen lassen, nannte Marx antagonistische Widersprüche.

Die sich aufbauenden Spannungen zwischen den europäischen Staaten, Euro-/Schulden- und Migrationskrise, Islamisierung, zunehmende Kriminalität, Säbelrasseln gegen Russland usw. und schließlich die daraus resultierende Spaltung der europäischen Gesellschaften – all die unschönen Begleiterscheinungen und „Verwerfungen“ des „multi-ethnischen Experiments“ könnten nur das äußere, für uns sichtbare Abbild eines tiefen antagonistischen Klassenwiderspruchs sein: Eine globalistische Herrschaftsklasse, eine kleine Schicht privilegierter Konzernbosse und superreicher Oligarchen und Spekulanten, die sich ein philanthropisches, moralisierendes Mäntelchen umhängen, steht allen national, ethnisch und kulturell in Europa (bzw. in der westlichen Welt) verwurzelten Bevölkerungsgruppen feindlich gegenüber.

Dies ist vielleicht einer der fundamentalen Widersprüche der heutigen Zeit bzw. einer, der die jetzige Entwicklung in Europa stark prägt. Der Riss in der Gesellschaft ist nur sein wahrnehmbarer Widerhall. Fehlendes Klassenbewusstsein, fehlender Zusammenhalt, die Zersplitterung der zum Überleben auf funktionierende Staaten angewiesenen Bevölkerungsschichten in allen europäischen Gesellschaften verhindern entschiedenen Widerstand.
Erläuterung: Die Grundlage bzw. das Kriterium meiner Klassendefinition (globalistisch vs. national) wäre eben nicht das Verhältnis der Menschen zu den Produktionsmitteln (Marx) oder z. B. ihr Besitz bzw. Nichtbesitz von Machtmitteln (Dahrendorf), sondern ihre Verwurzelung in ihrer europäischen Kultur, ihrer Nation, eine wirtschaftliche, soziale o. a. Bindung an Staat, Heimat, der verbindende kulturelle u. ethnische Kitt o. ä. (grob skizziert). Der vielbeschworene „Riss“ in der Gesellschaft (oder deren Spaltung) verdeckt somit m. E. den entscheidenden Grundwiderspruch: Die Ziele einer rein globalistisch orientierten, transnational agierenden Machtelite mit nahezu unbegrenzten finanziellen Ressourcen stehen den Interessen der national, regional und lokal verwurzelten europäischen Bevölkerungen diametral gegenüber. Konzernbosse brauchen keine souveränen, ethnisch und kulturell homogenen Nationalstaaten, sie sind ihnen nur im Wege. Eine gesichtslose, in sich zerrissene Masse minderbemittelter Konsumenten reicht ihnen. Die gewachsenen, noch weitgehend homogenen nationalen Bevölkerungen in Europa sind jedoch auf funktionierende (mittelständisch geprägte) Volkswirtschaften, Rechts- und Sozialstaaten angewiesen, die über kurz oder lang mittels weiter angeheizter Migration aus der dritten Welt mit allen unangenehmen Nebenwirkungen zu Staub zerrieben werden. Die Klasse der Turbo-Globalisten, die den jederzeitigen ungehinderten Fluss von Kapital-, Waren- und Menschenströmen propagieren, betreiben die Auflösung der westlichen Staaten und Kulturen, denn souveräne Nationalstaaten stellen die einzige Konkurrenz zu ihrer weltbeherrschenden „Doppelmacht“ dar, die sie sich in Form milliardenschwerer Konzerne, NGOs und Stiftungen geschaffen haben. Staaten verschwinden vorerst nicht, sondern werden ausgehöhlt und agieren als blutleere, zombifizierte Hüllen – Lobbyisten und Ex-Manager haben bereits staatliche Funktionen übernommen, lassen sich Gesetze schreiben, beeinflussen Staaten und Gerichtsbarkeiten. Beispielsweise stellten Goldman Sachs-Manager die letzten drei Finanzminister der USA. Die EZB wird bekanntlich von einem Goldman Sachs-Mann geführt. Der Deutschland-Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Jörg Kukies, wechselt nach aktuellen Meldungen als beamteter Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium …
Finanz-, Medien-, Militär- und Medizinkonzerne sind längst transnational organisiert. Sie haben sich mit ihren Konzernstrukturen selbst staatsähnliche Entitäten geschaffen und betreiben nun die Unterwanderung, Aushöhlung und Abschaffung der konkurrierenden Nationalstaaten, denn nur selbige könnten ihre Macht noch beschränken.

Antagonistischer Klassenwiderspruch würde bedeuten, dass sich (in diesem Fall) mindestens zwei Klassen in unversöhnlicher Feindschaft gegenüberstehen. Eine Auseinandersetzung wäre unausweichlich; der Widerspruch könnte nur gelöst werden, wenn eine dieser beiden Klassen verschwände …

Ungesteuerte Migration, die den Bevölkerungsüberschuss der dritten Welt direkt über offene Grenzen in die Sozialsysteme leitet, wäre beispielsweise eine Waffe, mit der sich dieser Widerspruch endgültig auflösen ließe, denn sie würde alle nationalen sozialen Strukturen und öffentlichen Haushalte irreparabel zerrütten und die angestammte europäische Bevölkerung mittelfristig marginalisieren bzw. langfristig auslöschen. Die Islamisierung würde ihr Übriges tun, um den letzten Funken freien Denkens zu ersticken. Die Terminierung der europäischen Völker und Nationen, wie wir sie noch kennenlernen durften, könnte in ein neues dunkles Mittelalter münden – vielleicht würde es etwas wärmer werden. Übrig bliebe an der Spitze der Pyramide eine kleine supranationale Führerklasse – eine globalistisch orientierte Herrschaftskaste, niemandem rechenschaftspflichtig, nicht an nationale Rechts- und Sozialsysteme gebunden, die zwischen ihren sicheren, abgeschotteten Wohnsitzen nach Belieben hin- und herjetten kann – und tumbe untereinander zerstrittene Massen von elenden Verbrauchern, ohne gemeinsame Kultur, Sprache und Bildung, nach Belieben manipulierbar.

Die Rolle der Linken (aber auch von Sozialisten, Sozialdemokraten u. ä.) erweist sich hierbei als besonders destruktiv, da sie in ihrem internationalistischen Wahn die Agenda der globalistischen Völker- und Staatenzerstörer unterstützt und sich in einen rauschartigen Dauerkampfmodus versetzt hat. Fürs Feindbild hat man sich in seiner Ziel- und Orientierungslosigkeit den denkbar schwächsten Gegner ausgesucht – das eigene Volk …

Nachtrag: Ich will noch kurz nachschieben, warum mir dieser Gedanke kam:
Ausgangspunkt war nämlich eine Äußerung bzw. ein Beitrag des Verlegers Götz Kubitschek, in dem er anlässlich der Tellkamp-Grünbein-Diskussion (als Frage formuliert) dafür plädierte, diesen sog. Riss in der Gesellschaft (von dem die Rede war) noch zu vertiefen oder zu verbreitern.

„Es muß sichtbar werden, was sich da abgelagert hat in den vergangenen Jahrzehnten, sedimentiert aus Utopie, Verantwortungslosigkeit, Verkennung des Menschen, Experimentierwut und Verachtung des Eigenen.“

Quelle: https://sezession.de/58332/vor-der-messe-tellkamp-gruenbein-und-die-anarchie

Ja! Aber was, wenn dieser Riss in der medialen, politischen u. intellektuellen Landschaft gar nicht ursächlich auf Verantwortungslosigkeit, irrtümliche Einschätzungen einzelner Politiker, Verkennung der Lage, linkes utopisches Denken usw. usf., sondern auf den oben geschilderten unversöhnlichen (sozialen) Widerspruch zurückzuführen ist? Natürlich wäre es ebenso sinnlos, einen antagonistischen Widerspruch kaschieren, übertünchen oder kitten zu wollen. Man müsste ihn schonungslos offenlegen und sich ihm stellen, denn er wird sich ohnehin nicht durch von Anne Will & Co. moderierte TV-Talkshows, Podiumsdiskussionen oder Fahnenschwenken auflösen lassen … Dieser Gegensatz ist materialistisch begründet, nicht geistig-moralisch.
Daher müsste (oder könnte) man eben Kubitscheks Fazit, meine ich jedenfalls, auch aus nüchterner dialektisch-materialistischer Sicht zustimmen.

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