US-Wahlkampf – Biden und Harris – absehbare Personalrochade

Geplant oder nicht, Joe Biden wird es ahnen oder wissen – wobei sich die Frage stellt, was er in seiner Lage noch von seiner Umgebung wahrnimmt und bewusst reflektiert – dass er lediglich den Platzhalter für das ihm von der Partei beigeordnete weibliche Colored Running Mate namens Kamala Harris spielen soll. Citizen Biden, Typ zurechtgeschminkter Bingo-Opa, von gelegentlichen alters- oder krankheitsbedingten Ausfallerscheinungen gezeichnet, aber nach allen Regeln pharmazeutischer Kunst zum hoffnungsvollen Trump-Gegenspieler und tüchtigen Präsidentschaftsbewerber der US-Linken (nennen sich dort „Demokraten“) fitgespritzt und mit allerlei medialem Pomp hofiert, damit er die Stimmen der gebeutelten weißen Mittelschichtswähler einsammeln möge – besagter Joe Biden also, dem sein Colgate-Lächeln buchstäblich ins maskenhaft erstarrte Botoxgesicht gefräst wurde, der wird, falls er denn gewählt werden sollte, sich vermutlich bald nach der Wahl aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen und die Amtsgeschäfte an seine junge, dynamische, progressive Vizepräsidentin übergeben, die dann, wenn sie erstmal im Weißen Haus eingezogen ist, das Land endgültig diversifizieren, mit Stumpf und Stiel entrassifizieren, umgestalten und den Rest dann irgendwie verwalten wird …
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Harris’ voraussichtliche weitere Karriere erinnert doch irgendwie an Merkels Aufstieg. Obwohl zu Beginn der 90er Jahre niemand Merkel für kompetent oder mehrheitsfähig hielt, wurde sie damals von ihren Förderern und Mentoren (L. de Maizière und dann natürlich H. Kohl) aus vornehmlich repräsentativen Gründen auf immer höhere Posten gehievt. Der Gedanke an eine Kanzlerin Angela Merkel war aber völlig abwegig. Tüchtiges Mädel, so hieß es, kann zwar noch nicht mit Messer und Gabel essen, aber brauchbar. Kann uns nützlich sein, dachte Kohl und rechnete wohl irrigerweise mit ihrer Dankbarkeit oder zumindest Loyalität. Frauengesicht, evangelisch, aus dem Osten – das zählte. Brauchte man damals. Irgendwann begab es sich jedoch, so die Legende, dass die vermeintliche Marionette ein eigenes Bewusstsein entwickelte, bei passender Gelegenheit ihre Fäden durchtrennte und ihrem Marionettenspieler mit Anlauf in den Hintern trat. Nur ein Betriebsunfall, wie er auch in den besten Demokratien vorkommt.
Bei Kamala Harris ist es in der Hinsicht anders, da hinkt der Vergleich schon etwas – die Wachablösung durch sie wird schon jetzt eingeplant und möglicherweise abgesprochen sein, vermute ich. Wenn überhaupt, wie gesagt … Würde ja bei der Konstellation glatt auf den Amtsinhaber setzen.