Verschnupftes Geschreibsel…

Ja, es ist leider doch passiert. Verflucht, so ein Malheur.
Ich hasse es, wenn es mal wieder soweit ist… und es gibt nichts, was man dagegen tun kann.
Obwohl ich mir doch eigentlich sicher war, dass ich noch nicht wieder an der Reihe bin und der Kelch erstmal an mir vorübergeht…

Aber ich habe wohl nicht aufgepasst, war unvorsichtig und nachlässig – und jetzt ist das Missgeschick passiert – und ich leide!

Ich habe mich erkältet. Hinterhältige Schnupfenviren haben eine kurzzeitige Schwäche meines Körpers rücksichtslos ausgenutzt und sogleich meine Schleimhäute besiedelt!

Mein Immunsystem kämpft heldenhaft, daran besteht kein Zweifel, und doch scheinen die Schnupfenviren – fiese und lästige Organismen, die kein Erbarmen kennen – für den Moment die Oberhand gewonnen zu haben…

Jetzt sitze ich hier und schniefe, habe mich mit Taschentüchern und Nasenspray eingedeckt, lutsche Salbeibonbons und schlürfe ab und zu Tee mit Zitronen, der göttlichen Frucht des auch im Mittelmeerraum heimischen Zitronenbaums…
Zitronen1

Gegen eine Erkältung kann man leider nicht viel tun, außer abwarten und leiden…
Während ich auf Besserung warte, kann ich ja mal wieder was schreiben, dachte ich…

Moment, ich muss mal kurz niesen….

Schnupfen

Mein Vorrat an Taschentüchern und Schnupfenspray…

Bei mir ist es üblicherweise so, dass es mich einmal im Jahr erwischt, eben irgendwann, wenn der Zeitpunkt für eine Infektion reif ist – meist im Frühjahr oder im Winter. Es gab aber auch ganze Jahre, die ich schnupfenfrei überstand. Ja ja, so was gab es auch, wundert euch nur.

Kurze Rückblende: Am Freitag fuhr ich recht leicht bekleidet mit dem Rad und war danach auch noch joggen, wobei man – wenn man flott unterwegs ist – üblicherweise etwas schwitzt und durch den Wind ziemlich stark auskühlt, besonders gegen Abend. Obwohl, wie alle Bildungsbürger/innen natürlich wissen, eine Erkältung primär nicht durch Kälte, sondern durch eine Vireninfektion verursacht wird, bieten abgekühlte Schleimhäute ein geeignetes Einfallstor für gewiefte Schnupfenviren, die ja ohnehin überall in der Luft herumschwirren und perfiderweise ständig mutieren, so dass gegen sie kein Kraut gewachsen ist…

Obwohl solch ein Schnupfen bei einem geschwächten Immunsystem sich auch mal zu einem grippalen Infekt oder gar noch Schlimmerem auswachsen kann, bleibt er in der Regel harmlos und ist bei mir meist nach sechs Tagen überstanden. Mir bleiben also noch einige Tage…

Leider bekommt auch die deutsche Volkswirtschaft gelegentlich einen Schnupfen.

Sinkende Unternehmensgewinne und Verbraucherausgaben, eine Eintrübung der Wachstumsaussichten, ein stotternder „Jobmotor“ – all dies gehört zum normalen Konjunkturzyklus, wie auch eine Erkältung für einen gesunden Menschen durchaus lästig, aber in der Regel harmlos und nicht weiter schlimm ist.
Die verschnupfte Konjunkturlokomotive Deutschland muss in diesem Falle kurz verschnaufen, vielleicht planmäßig gewartet werden und sich mit etwas Brennstoff stärken.

Für die deutsche Volkswirtschaft ist eine Konjunkturdelle lästig wie ein Schnupfen, aber nicht existenzbedrohend. Deutschland verfügt anscheinend noch über einen kräftigen, gut genährten Körper und ein gesundes Immunsystem.

Das Problem ist, dass weniger leistungsfähige Länder in Europa seit einigen Jahren durch ein gefährliches Virus zusätzlich geschwächt sind, mit dem Deutschland noch einigermaßen klarkommt.

Dieses Virus ist der Euro – eine gut gemeinte, aber in ihrer Wirkung fatale Einheitswährung, die unterschiedlich leistungsfähigen Volkswirtschaften zwangsweise übergestülpt wurde. Struktur- und leistungsschwächere südeuropäische Länder, von denen der Eurovirus Besitz ergriffen hat, leiden an Atemnot, ihr Brustkorb wird abgeschnürt. Wie in ein starres Korsett gepresst, fehlt den südlichen Ländern nun die nötige Luft zum Atmen, die sie sich vor der besagten Euro-Infektion mittels gelegentlicher Währungsabwertungen aus eigener Kraft verschaffen konnten. Wie einst die amerikanischen Ureinwohner, die gegen die von Konquistadoren eingeschleppten Kinder- und Zivilisationskrankeiten wehrlos waren, besitzen die südlichen Eurostaaten keine Abwehrkräfte gegen das ihre Wirtschaft strangulierende Virus. Diese Staaten drohen nun vom Eurovirus dahingerafft zu werden.
Während Deutschland, wie aktuelle Konjunkturdaten vermuten lassen, nun einen Schnupfen bekommt, leidet Frankreich an einer schweren Lungenentzündung, und die südliche Peripherie des Euroraums läuft schon Gefahr, ins Koma zu fallen.

Dank des Euro befindet sich halb Europa auf der Intensivstation und muss mit Bürgschaften und Hilfspaketen der nördlichen Steuerzahler zwangsbeatmet werden.

Eine riskante Strategie, momentan ohne realistische Aussicht auf Besserung.

Gegen echte Schnupfenviren kann leider auch die moderne Medizin nichts ausrichten.
Man kann nur die Symptome lindern und muss die Infektion ansonsten aushalten und darauf vertrauen, dass das eigene Immunsystem siegt.

Mein Körper wird mich jedenfalls auch diesmal nicht enttäuschen, da bin ich sicher.

Darauf einen Zitronentee.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.