Was man auch mal bei Gelegenheit bauen könnte …

Der Fahrradverkehr in den schlimmsten Großstädten (z. B. Berlin) müsste von den übrigen Verkehrsströmen räumlich getrennt werden.
Es grenzt an Selbstmord, sich hier in Berlin freiwillig als Pedalritter ins Gemetzel auf den Straßen zu stürzen. Das enge Nebeneinander, Aufeinandertreffen und ständige Kreuzen von Fahrrad- und Kraftverkehr auf denselben Fahrspuren ist ein Anachronismus, der vernünftigerweise abgeschafft werden müsste. Als Radfahrer zwischen der Fahrbahn und den Popup-Mörderradwegen hin und her zu springen, wie man es hier tut bzw. nicht umhin kommt, es zu tun, ist wie Russisch Roulette. Eine komplette Entflechtung des Fahrradverkehrs (samt der infantil anmutenden E-Rollergemeinde) von den Pkws, Lkws und Bussen wäre dringend angebracht.
Vorschlag: Da in der Breite in den Großstädten kein Platz mehr zur Verfügung steht und Maßnahmen wie Popup-Radwege, Busspurennutzung, Fahrbahnverengungen, Ausweichen auf Fußwege die Gefahren für alle Beteiligten nur erhöhen, sollte man einen konsequenten Befreiungsschlag wagen: Höherlegung. Wenn man in der Breite nicht mehr ausweichen kann, muss man eben in die Höhe gehen. Schaut mal nach oben, da ist genug Platz. Die von unserer Digitalministerin in Aussicht gestellten autonomen Flugtaxis lassen wahrscheinlich noch eine Weile auf sich warten.
Sämtliche Fahrradwege in der Stadt, wo auch immer möglich, müssten durchgehend auf einer höheren räumlichen Plattformebene direkt über den Fußwegen verlaufen; vielleicht könnten sie ca. drei bis vier Meter über Straßenniveau verlegt werden. Über Kopf verlegte Radwege könnten so konfliktfrei und gefahrlos über Kreuzungen und Ein- bzw. Ausfahrten z. B. von Tankstellen, Supermärkten und sonstigen Grundstücken geführt werden.
Fußgänger könnten sich dann auf der unteren Ebene auf ihrem Fußweg wieder sicher fühlen – und selbst großgewachsene Menschen würden oben mit dem Kopf nicht anstoßen.
Die an Pfeilern aufgehängte Konstruktion mit einer (ausreichend breiten) durchgehenden Fahrebene (mit Geländer), etwa aus einem leichten Metall oder einem passenden Kunststoff, könnte an der Unterseite mit einem lumineszierenden Belag beschichtet werden – so spart man gleich die Straßenbeleuchtung. Die Oberseite des Fahrbahnmaterials könnte sogar mit Solarpanels für Stromladestationen bestückt werden, wenn man denn unbedingt will.
An den dafür vorgesehenen Stellen, etwa geeigneten Straßenecken, könnten entsprechend geneigte Auf- und Abfahrtsrampen oder bei Platzmangel auch automatische oder manuell bedienbare Aufzüge für zu- und abfahrende Radler eingerichtet werden. Die Kosten für eine derartige Um- bzw. Neugestaltung der innerstädtischen Radwegeinfrastruktur würden nach grober Schätzung für den Raum Berlin nicht mehr als ein paar Milliarden Euro betragen, vielleicht die Hälfte der beim missratenen Flughafenprojekt angefallenen Kosten? In jedem Fall wären das heute „Peanuts“. Von der Größenordnung her könnte man dies mit Sicherheit mal locker auch zu null Prozent finanzieren, wobei man regional für einen Beschäftigungsschub sorgen würde. Von der deutlichen Erhöhung der Lebensqualität im urbanen Raum ganz zu schweigen. Stellt euch das mal vor: Sicheres und gesundes Fahrradfahren in luftiger Höhe. Niemand muss sterben, weil er/sie überfahren, beim Abbiegen übersehen und überrollt wird oder mit dem Reifen in die Straßenbahnschienen rutscht.
Hätten wir uns auf jeden Fall leisten können, wenn man das Geld nicht für den Berliner Geisterflughafen verschwendet hätte … oder wenn man nicht Gott und halbe Welt mit deutschem Steuergeld gerettet hätte bzw. hätte retten wollen. Klar, das war ja nötig. Und wir sind ja so unermesslich reich, das muss man verstehen.
Man könnte dieses Bauprojekt jederzeit auch jetzt noch finanzieren. Warum beginnt man nicht mal mit einem wirklich ambitionierten lebensrettenden Vorhaben, das uns allen zugute käme? Nur so eine Idee …

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