Was man auch noch liest …

Man liest auch oft, die Dummen hätten hierzulande das Kommando übernommen; die Dummen, Idioten und Halbhirne hätten gewissermaßen die Burg gestürmt und die Meinungshoheit errungen.
Auch das ist falsch. Es ist immer unklug, seinen Gegner zu unterschätzen, indem man ihn kurzum zum Deppen erklärt. Der Vorwurf der Dummheit suggeriert Unkenntnis, Orientierungs- und Planlosigkeit. Unsere Machthaber, Einflussnehmer und deren Helfershelfer, Einflüsterer und Hofschranzen wissen jedoch genau, was sie tun und was sie bezwecken. Die sind nicht dumm, sondern vielmehr machtbewusste, intelligente oder inselbegabte Meinungsmanipulatoren und Opportunisten, die mit geschickten, immer brachialeren medialen Mitteln nicht nur die Meinungslandschaft, sondern die ganze Gesellschaft bespielen. Sicherlich mögen viele Bürger naiv, ignorant, einseitig ge- oder ungebildet, schuldmoralistisch indoktriniert und gutgläubig sein. Wenn man das als dumm bezeichnen möchte, meinetwegen. Wenn es hilft, sich trotz der eigenen Macht- und Einflusslosigkeit den Anderen überlegen zu fühlen, Dampf abzulassen und über das Gefühl der Verzweiflung hinwegzukommen, so mag man sie gut und gern als Trottel, Halbhirne oder Idioten bezeichnen. Die Geschichte geht ohnehin über alle hinweg, über die Schlauen wie die Dummen. Entscheidend ist nur, wer überlebt (und ggf. seine Gene weitergibt) – und da wird der Dumme in der gegenwärtigen Phase sogar Vorteile haben, da er wohl am besten an seine Umgebung angepasst ist …