Was und wem die Stunde schlägt …

DSCN4295Wenn sie an den Laternenpfählen hängen, ist es wieder soweit. Muss wohl, denn die Laternen werden knapp. Was ist schlimmer: Gehweg- oder Dachschaden? Wahlen stehen an. Allerorten sieht man mit Draht befestigte Bilder, Pappkameraden oder -kameradinnen, hübsch und bunt, in den jeweiligen Parteifarben gehalten, retuschierte Fratzen geklont wirkender Kandidaten beiderlei Geschlechts, frisch auf die Liste ihrer Ortsverbände gesetzt. Generische Gesichter der Demokratie. Gephotoshopte Konterfeis gesichtsloser Statisten. Gesichtslosigkeit, ein Symbol unverzichtbarer Alternativlosigkeit. Sei’s drum. Turnusmäßig wollen Pfründe neu besetzt werden, neuer Zugang zu den Fleischtrögen will erlangt werden. Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch – der schafft das. Retuschierte Visagen, zu grimmigem (Pardon: gewinnendem) Lächeln erstarrte Larven des lokalen Parteinachwuchses. Junge Wölfe und Wölfinnen, die ihren Schäfchen ein freundliches Gesicht zeigen, auf dass es sich ins Hirn einbrennen möge: So sympathisch, so dynamisch, so sozial, so kompetent … Das Image des Erfolgs im Digital- oder Offsetdruck, dünn aufgezogen auf billige Recyclingpappe.  Ob irgendwo eine künftige Kanzlerin oder Parteivorsitzende hängen wird? Neuer Stern am Himmel der Demokratie oder die nächste Hochstaplerin?
Ach, wunderbare Welt der netzaffinen Prosumenten. Warum Wasser schleppen, wenn man es lassen kann?
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