Zur Hörnchenfrage

Ich mag gar keine Hörnchen. Die sind mir zu trocken oder zu süß. Oder beides. Die bescheuerte Form gefällt mir auch nicht. Ein Hörnchen sieht immer missglückt oder halbfertig aus. Und schmecken tuts eh nicht, sagte ich ja schon. Donuts sind ja wenigstens noch formschön. Runde Gebäckstücke mit einem Loch in der Mitte. Perfekte Geometrie, irgendwie ästhetisch. Das Auge isst mit, wa?
Ein Donut ist zwar auch nichts im Vergleich mit nem dicken Berliner oder nem schönen runden warmen Brötchen, aber immerhin. In einer Pension in Paris bin ich immer hungrig vom Frühstückstisch aufgestanden, weil’s nur so ein knochentrockenes Hörnchen und ne Tasse Kaffee gab. Genau abgezählt, ein verficktes Hörnchen pro Nase. Danach musste man natürlich erstmal irgendwo frühstücken gehen … und dann kacken. Schlimmer als hungrig vom Tisch aufzustehen ist nur, wenn dir beim Essen ein Ohr abgekaut wird. Ich kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn mich jemand vollquatscht, während ich esse. Diese Hörnchen mit Nougatfüllung mag ich schon gar nicht. Widerwärtig süß. Ich mag überhaupt nichts Süßes zum Frühstück, keine Marmelade, Konfitüre oder diese Nutellakacke, die mag ich schon gar nicht. Höchstens Honig oder Löwenzahnsirup, aber auch nie zum Frühstück. Morgens will ich nur satt werden. Da brauchts ordentliche Brötchen, Semmeln, Bemmen, Brot und Käse, Wurst, Tomaten, eben alles, was das teutonische Herz begehrt – nur keine Hörnchen. Die fresst mal ruhig alleine, eure trockenen Hörnchen …

Nur Eichhörnchen, die mag ich. Gegen Grauhörnchen hab ich prinzipiell auch nichts einzuwenden. Sind ja auch putzig. Als ich vor Jahren in England lebte, sah ich dort tatsächlich nur graue Hörnchen, keine roten. Eine englische Freundin sagte mir damals, dass es noch rote Eichhörnchen gäbe, aber in dem ganzen Jahr, solange ich dort war, sah ich tatsächlich kein einziges. Nur immer wieder graue, graue, graue Hörnchen … Eine invasive Art, die die europäische Spezies nach und nach verdrängt hat. Bei uns besteht aber diese Gefahr nicht, sagen die Verantwortlichen aus dem Ministerium für Hörnchen- und Krötenunwesen. Das schaffen die europäischen Eichhörnchen schon. Die müssen eben etwas zusammenrücken. An den Ohren und am Schwanz kann man sie übrigens gut unterscheiden. Die Eichhörnchen sehen manchmal übrigens auch etwas grau aus, besonders wenn sie ihr Winterfell noch haben. Ich bin jetzt, da ich das schreibe, unsicher, wann ich zuletzt bzw. ob ich hier im Berliner Großraum überhaupt schon Grauhörnchen gesehen habe, hmm, muss ich mal wieder drauf achten … Na okay, diese Frage hätten wir damit also auch geklärt und umfassend abgearbeitet…
Und bitte nicht füttern. Es sind Wildtiere, Mädels … Frag mich, welcher Idiot hier das halbe Brötchen vom Balkon geschmissen hat. Oder ein Stück von einem Hörnchen? ;-)

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3 thoughts on “Zur Hörnchenfrage”

  1. Schon mal versucht, einen Donut ins Auge zu drücken? Von wegen, das Auge isst mit. Verdammte Metapher, das tut weh ;)

    Mit den Hörnchen hast du es, mhmm? Ich aber übrigens auch, denn meinen Met trinke ich zu gern aus einem Horn, aber keinem Hörnchen, das ist zu schnell leer und muss immer nachgefüllt werden. Außerdem macht es auch Spaß, jemand ins Bockshorn zu jagen – nur jemand die Hörner aufzusetzen, davon nehme ich Abstand. Die Folgen sind da meist zu schmerzhaft, für alle Beteiligten.

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